tempus fugit…

July 3, 2008

… fugitque fugitque fugitque… Nächste Woche stehen vier Klausuren an, und ich hab das Gefühl, mit dem Lernen nicht nachzukommen. Selbst schuld, da ich ja auch viel zu spät angefangen hab. (Mit einem Fach zum Bleistift erst genau heute um dreiviertel elf.) Aber ich werde es schaffen. Basta. (Irgendwer sagte das in irgendeinem Buch immer – aber wer und in welchem Buch hab ich genauso vergessen, wie welches Buch es ist, das mit einem im Wald rumflatternden Irrlicht beginnt. Vorschläge?) Und langsam fühle ich mich wie Hermine: “Bin dann mal in der Bibliothek!” Hätte ich nie gedacht, dass man in einer Bibliothek tatsächlich sooo gut arbeiten kann. Gefällt mir. Andere machen dann mal Zigarettenpausen, ich mache – Kekspausen. Will ja nicht alles verkrümeln. Aber eben auch nicht verhungern. Genießt also eventuelle Ferien und gehabt euch wohl.

Wenn man in der Bibliothek einschläft, sollte man etwas an seinem Zeitmanagement feilen, ließ ich mir sagen. Die für mich erste Konsequenz aus besagtem Ereignis: geh nach Hause und schlaf. Schlafen kann nie schaden. Gedacht, getan. Und nun sitz ich hier, hab den halben Tag verpennt, immer noch keine Motivation zum arbeiten, kämpfe mit meinem “Ich ohne” – ohne menschlichen Dreh- und Angelpunkt, ohne tiefe Beziehung zu Jesus. Das macht ganz krank! Aber ich weiß es ja: ich bin zu faul. Zu bequem, mich ernsthaft darum zu bemühen. Geht es noch jemandem so, oder bin ich damit alleine auf diesem Planeten? (Rhetorische Frage.) What would people think when they hear that I’m a Jesus Freak? Wahrscheinlich denken sie, ‘na wenn das so wenig Unterschied macht, dann bin ich ja auch einer’. Das deprimiert mich. Und motiviert mich, jedenfalls ein kleines bisschen, den Versuch zu starten, meine Bequemlichkeit hinter mir zu lassen. Gehabt euch wohl.

Nun steck ich schon mitten in der dritten Vorlesungswoche. Glücklicherweise hat dieselbige einen Feiertag, sodass ich auch mal was arbeiten kann… Denn wenn man dreimal pro Woche bis um viertel vor acht (für Schwaben und ähnliche: dreiviertel acht) in der Uni sitzen muss, ist der Tag entweder total zerrissen oder schlichtweg voll. Und wenn ich nicht genug Zeit am Stück habe, kann ich nicht arbeiten. Wäre es allerdings nur die Uni, die mich leicht bis mittelschwer (über)fordert, hätte ich damit kein Problem. Hinzu gesellt sich aber eben noch die eine oder andere ‘private’ diffizile Situation, die nach meiner Aufmerksamkeit verlangt. So ist es, das Leben. Man wird gezwungen, multitaskingfähig im weitesten Sinne zu sein. Sonst holt es einen ein und überrollt einen. Gehabt euch wohler.

heim, weinen.

April 10, 2008

Nein, ich werde mich nicht mehr beschweren. Nicht über zu wenig Beschäftigung. Dreißig Semesterwochenstunden in diesem beginnenden ersten Semester! Und eine Veranstaltung kann ich wegen Überschneidung mit einer anderen nicht besuchen. Mit der wärens zweiunddreißig. Sollte sie wohl als Segen sehen, diese Überschneidung. Aber ich bin nicht alleine, denn es gibt noch einen Bekloppten mit meiner Fächerkombination. Am Wochenende fahr ich allerdings trotzdem heim, weinen. Bis dahin muss ich, oder eher: will ich noch mein Haupthaar kürzen lassen, da es langsam grausam aussieht und außerdem immer so lange gefönt werden will. Das nimmt wertvolle Zeit in Anspruch, die ich andernfalls zur Frühstückausdehnung verwenden könnte. Und der Abwasch ruft. Herrje, vielbeschäftigte Studierende… Gehabt euch wohl.

Stand, ganz unerwartet, am Ende einer eMail, die mich heute in meinem überfüllten Postfach angelacht hat. Tut das gut! Tut noch viel besser als das befreiende Gefühl, nach drei Stunden Umzugskisten packen helfen im Pfarrhaus endlich wieder staubfreie Luft einzuatmen. Aber das Packen hat trotzdem Spaß gemacht, nicht zuletzt, weil es einfach faszinierend ist, wie ein einziger Mensch ein so großes Haus selbst in achtzehn Jahren so derbe mit allen möglichen und unmöglichen Sachen anfüllen kann. Aber in erster Linie hab ich mich natürlich gefreut, den Ausziehenden wieder mal zu sehen. Und über den Einziehenden freu ich mich auch, der ist richtig klasse. Sein Vorgänger auch, aber auf andere Art. Schade, dass ich jetzt wieder weggeh. Nichtsdestotrotz will ich doch an alle hier erwähnten Personen und jeden eventuellen Leser weitergeben: Schön, dass es dich gibt! Gehabt euch wohl.

verpasst

March 4, 2008

Jetzt hab ich ihn glatt verpasst, den Tag, den es eigentlich gar nicht gibt. Ich rede natürlich vom 29. Februar. Wenn ich heirate, dann bevorzugt an diesem Tag. Wär doch lustig, nach 40 Jahren sagen zu können: “Wir feiern heute unseren 10. Hochzeitstag.” Verpasst ist an sich das falsche Wort, ich hab es lediglich versäumt, an dem Tag hier was reinzuschreiben. Als Beweis quasi, dass es den Tag irgendwie doch gibt. Hm. Man wird es mir vielleicht auch so glauben. Wie dem auch sei, jedenfalls war ich da fleißig mit Umzugskisten packen und verladen beschäftigt. Am Tag darauf durfte ich dann alles wieder ausräumen und leider die Möbel noch nicht aufbauen, weil ich morgens mit einer hübschen Mandelentzündung aufgewacht war und es mich auf dem schnellsten Weg wieder ins heimische Bett zog. Da lag ich dann bis heute Morgen, dann wollte ich mal aufräumen und frische Bettwäsche aufziehen und meine Genesung mit dem höchst erfrischenden Vorgang des Duschens feiern. Und dabei über den Schnee draußen lachen, dem es immer dann zu fallen beliebt, wenn meine Wenigkeit krank daniederliegt oder mit der Gesundung zu schaffen hat, sodass ich stupiderweise schon lange nicht mehr Schlitten fahren konnte. Man könnte meinen, da wolle jemand, dass ich erwachsen werde und den Schlitten da lasse, wo er ist. Zu blöd. Gehabt euch wohl.

am gesäß der welt

February 19, 2008

So leid es mir tut, aber da drüben schien mir die Welt noch weiter weg zu sein als hier, zu Hause, was an und für sich auch schon das Ende der Welt ist. Nimms mir nicht krumm, junger Mann. War ne schöne Zeit. Voller Musik, grauer Wolken, Filme, Nudeln, Saftorangen, Fahrstunden, Staubflusen und Tassen mit Löchern. Nur Hin- und Rückweg waren grausam: Warum geht beim ICE immer genau dann etwas schief, wenn ich drin sitze? Und immer erst direkt vor meiner Endstation. Irgendwie faszinierend. Und kaum ist man zu Hause, flattern schon wieder Geburtstage ins Haus. Drei in dieser Woche. Ich brauche noch ein Geschenk, für Samstag. Was noch ins Haus geflattert ist, während ich weg war schon, ist: die Zusage von der Uni! Das erfreut Herz und Verstand. Jetzt muss ich mir keine Sorgen mehr machen, was ich im Falle einer Absage anfangen könnte. Wer dieses Gefühl kennt, wird mich verstehen. Ich freu mich auch für euch! Gehabt euch wohl.

Da ich nun ja nicht mehr die jüngsten Augen habe, wurde mir vergangene Woche eine Brille verschrieben. Endlich! Der Traum meiner Kindheit geht in Erfüllung! Seit gestern nun trag ich das Ding auf der Nase, und so langsam hört die Welt auch wieder auf, gerade Linien plötzlich zu biegen und mir irren Unfug in den Augenwinkeln zu suggerieren. Je l’ai nommé Maria. Meine Schwester will nach einer vier im Grammatiktest von mir die französischen Possesivbegleiter eingetrichtert bekommen, und morgen geht die große Reise los. Eine Woche wilder Osten! Mon petit copain me manquera, und umgekehrt. Gehabt euch wohl!

herzen und einladungen

February 3, 2008

Meine Tante schenkt mir zu jeder Gelegenheit irgendetwas mit einem oder mehreren Herzen drauf, mit den Worten: “Du hast Herzen doch schon immer so geliebt!” Wenn sie das glaubt, will ich sie mal machen lassen. Ich find die Geschenke meistens ziemlich furchtbar und kann mich nicht erinnern, Herzen jemals irgendwelchen anderen Formen vorgezogen zu haben. Schon garkeine pinkfarbenen…. Meine restlichen Geschenke waren aber toll; besonders eins gefällt mir, von jemandem, der garnicht daran gedacht hatte, dass ich Geburtstag habe: ein Freund hat mir vorgeschlagen, ihn in meiner momentanen freien Zeit doch mal besuchen zu kommen. Ich hab ihn seit zweieinhalb Jahren nicht mehr gesehen, was möglicherweise mit den neunhundert Kilometern Luftlinie zwischen uns zusammenhängt. Auf jeden Fall finde ich die Idee gut, und wenn es sich machen lässt, werde ich sie realisieren. Die Aussicht gefällt mir außerordentlich! In diesem Sinne: Gehabt euch wohl.

Ja, ich backe gerne Kuchen. Da ich Freitag Geburtstag habe, habe ich grad heute zwei gebacken und morgen folgen noch drei weitere. Dann bin ich glücklich, wenn ich in der Küche rumwuseln darf. Mit der unglaublich schicken Retro-Schürze, die ich von meiner Oma geerbt hab und die jeder außer meiner Frau Mama ebenso toll findet wie ich. Nun gut. Kuchen backen also mag ich; was ich hingegen (meistens) nicht ausstehen kann, ist, wenn morgens der Wecker klingelt. Ich mag meinen Wecker sehr gerne, versteht mich nicht falsch; aber dieses Aaaaaaaaufstehen immer…. Nein. Wobei ich im Moment ja wirklich keine Notwendigkeit habe, morgens zu irgendeiner unchristlichen Zeit aus dem Bett zu fallen, weil ich nämlich mein erstes Unisemester im Norden abgebrochen habe, um im April weiter südlich und mit anderen Fächern nochmal anzufangen. Aber allein die Erinnerung an und der Ausblick auf einen viel zu zeitig klingelnden Micky-Maus-Wecker rufen in mir schon das nackte Grauen hervor. Damit bin ich wahrscheinlich nicht alleine, und unter anderem deshalb komm ich hier vorerst mal zu einem Ende. Gehabt euch wohl.